Gewandhaus: Musik für jeden Geldbeutel

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Leipzig ist eine Stadt mit einem vielfältigen Kulturangebot.
Hier nun ein Tipp, wie man besonders günstig das Angebot des Gewandhauses wahrnehmen kann:
Es gibt sogenannte Last-Minute-Tickets, Schüler und Studenten, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende können ab 30 Minuten vor
Veranstaltungsbeginn Restkarten zwischen 3 und 11 EUR (je nach Konzert) erwerben.
Leipzig-Pass Inhaber dürfen keine Last-Minute-Tickets erwerben, sondern bekommen 50% Rabatt.
Nachzulesen auf http://bit.ly/ambVTp

Bild von: http://www.flickr.com/people/espylaub

Radverkehr auf dem Ring?

DARF man derzeit mit dem Fahrrad auf dem Innenstadtring fahren? Ja, wenn man Tempo 40 schafft. Es gibt derzeit mit der vorgeschriebenen Mindestgeschwindigkeit kein generellesVerbot, sondern nur einen faktischen Ausschluss des normalen Radverkehrs vom Ring.
Ist das zulässig? Nein, jedenfalls nicht in dieser Form. Die Anordnung einer Mindestgeschwindigkeit auf dem Ring ist verkehrsrechtlich nicht zulässig, der anstehende Abbau der Tempo-40-Schilder daher schlicht das Beseitigen eines rechtswidrigen Zustandes.
Muss man nach dem Schilderabbau auf dem Ring Radfahren? Natürlich nicht – jeder kann weiter seine bisherige Radroute fahren. Die wenigsten Alltagsrader wird es ohne Not auf die Fahrbahnen des Rings ziehen, so wie sie derzeit sind. Aber sie dürften es – überall dort, wo es keine benutzungspflichtigen Radverkehrsanlagen als Alternative gibt. Der Ring ist dann eine Stadtstraße wie alle anderen Hauptstraßen in Leipzig auch. Warum macht uns das am Ring trotzdem spontan Angst? Nicht wegen der verrückten Radfahrer – wir haben es verinnerlicht, den Ring eher als Autobahn denn als Stadtstraße zu sehen. Jüngst dort durch die Polizei festgestellte 561 Tempoüberschreitungen in fünf Tagen sind Beleg dafür.
Das eigentliche Thema lautet daher: Runter mit dem Tempo am Ring und her mit sicheren Radverkehrsanlagen.

Roland Quester, Stadtrat, im Amtsblatt 15. Ausgabe

IG Kutur West – Rede zur Global Space Odyssee 2010

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Die Rede von Sven Deichfuß, Sprecher IG Kutur West Leipzig, anläßlich der Kundgebung der Global Space Odyssee 2010 auf dem Lindenauer Markt, am 31.07.2010.
Es gilt das gesprochene Wort.

Wie schon kurz erwähnt, ich bin Sven, einer der SprecherInnen der Interessengemeinschaft Kultur West. Zu aller erst: Wir haben uns sehr über die Einladung hier zu sprechen gefreut, weil unsere Gründung eng mit der GSO verbunden ist. Die Diskussionen über die After-Show-Party der Demonstration im letzten Jahr hat einiges an Staub aufgewirbelt, denn angefragte Locations des Leipziger Westens hatten wie zufällig die Ämter im Haus, Konzessionen und Genehmigungen wurden entzogen und letztlich die Party in den Süden verlegt. Im Anschluss daran hat das GSO Team zu einem Treffen eingeladen, um die Akteure im Leipziger Westen zu bündeln und dagegen vorzugehen. Letztlich hat sich aus dieser Initiative im Oktober 2009 die IG Kultur West gegründet, die sich seit knapp einem Jahr für die Kulturschaffenden des Leipziger Westens einsetzt. In diesem Jahr haben wir zahlreiche Kontakte zu den Ämtern hergestellt, bei Problemen und Konflikten moderiert und Veranstaltungen zur Kommunikation und Kooperation der Kulturschaffenden untereinander als auch mit den Ämtern organisiert. Das heißt: Wir haben versucht die IG KW als Schnittstelle zu etablieren. Was wir allerdings nur bedingt leisten können ist großen öffentlichen Druck aufzubauen. Und das ist der zweite Grund unserer Freude über die Einladung und enge Zusammenarbeit mit der GSO – denn was diese kulturpolitische Demonstration jährlich leistet ist unbezahlbar. Dabei geht es nicht nur um mediale Aufmerksamkeit, sondern vor allem um die Sensibilisierung der Stadt mit all  ihren Menschen und Organisationen, dass es ein breite heterogene Masse an jungen, kreativen Menschen gibt, die ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Behandlung von Kultur und Projekten zum Ausdruck bringen!
Und genau das wird immer wichtiger. Denn die Probleme nehmen zu, werden vielfältiger, werden komplexer und betreffen immer mehr Menschen, die mitunter gar nicht wissen was mit ihnen und ihrer Stadt passiert.

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“Diskriminierung im Fußball” – Fazit einer Diskussion

Die Initiative für mehr Verantwortung im Breitensport Fußball, kurz IVF, hatte anlässlich der Ausstellungseröffnung „Diskriminierung im Fußball“ zu einer Diskussionsveranstaltung geladen. Ursprünglich angekündigt waren neben Monika Lazar (MdB, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus; Grüne), Heiko Sander (Fußballverband Leipzig); Ulrike Fabich (IVF), Christoph Ruf (Journalist) und Bastian Pauly (Bunte Kurve) auch Vertreter des DFB und des sächsischen Fußballverbandes.

DFB und Fußballverband waren jedoch nicht erst erschienen. Der DFB sagte sein Kommen kurzfristig ab und der sächsische Fußballverband hielt es nicht einmal für nötig abzusagen. Eine offenbar altbekannte Strategie, den offenbar glaubte auch niemand im Podium ernsthaft daran, dass ausgerechnet der sächsische Fußballverband, in dessen Bereich eine Vielzahl von diskriminierenden Vorfällen fallen, wirklich an der Veranstaltung teilnehmen würde. Monika Lazar erklärte dabei, dass Herr Reichenbach (Präsident SFV) selbst auf formelle Briefe nicht antworten würde. Der Eindruck einer vertieften Beratungsresistenz im Zusammenhang mit konsequenter Leugnung der Probleme scheint hier der Ansatz zu sein. Angesichts der Vielzahl der Probleme ein nicht hinnehmbarer Fakt, der den Ruf nach einschreiten des DFB und Ablösung der Verbandsspitze, lauter werden lässt.

In der Diskussion selber ging es um Diskriminierung im Breitensport Fußball. Ulrike Fabich wies daraufhin, dass Fußball nicht als Spiegel der Gesellschaft sonder als Brennglas bestimmter in der Gesellschaft vorhandener Erscheinungsformen zu sehen sei, denn nirgendwo sonst treffen so viele unterschiedliche soziale Schichten, die sich ansonsten fremd sind, aufeinander. Bastian Pauly von der bunten Kurve ergänzte, dass bestimmte Formen der Diskriminierung Fußball immanent seien und Fußball daher die Entstehungsformen von bestimmten Formen der Diskriminierung begünstige.

Problematisch sei dabei vor allem, dass, wie Heiko Sander erläuterte, die Verbände den Geschehnissen hinterher laufen. Monika Lazar monierte dabei, zurecht wie Pauly zu bedenken gab, dass es in Sachsen an einer Sensibilisierung weitgehend mangele. Oftmals würden Probleme geleugnet oder ignoriert. Insbesondere wurde dabei auch auf die Rolle des Roten Sterns Leipzig hingewiesen, der in seiner Funktion als genuin antidiskrimierender Fußballverein, der Diskriminierung nicht nur nicht akzeptiert sondern auch dagegen vorgeht und damit als Katalysator einer Gegenreaktion im ländlichen Raum wirkt.

Auch gibt es in Sachsen keine abgestimmte Lösungsstrategie um gegen Diskriminierungen vorzugehen. Fabich wies daraufhin, dass Weiterbildung und Qualifikationsangebote von den Fußballvereinen zu wenig angenommen werden würden und sich meist erst dann etwas bewegt wenn das Problem aufgrund der Größe nicht mehr zu leugnen sei.

Dabei wies Heiko Sander daraufhin, dass es für einen Trainer auch kaum möglich sei all das aufzuholen was in Schule und Familie versäumt sei. Der Ansatz zu Bekämpfung von diskriminierenden Verhalten müsse daher gesamtgesellschaftlich verstanden werden.

Dabei waren sich am Ende alle Teilnehmer einig, dass deutlich mehr gerade im Breitensport unternommen werden muss um gegen Diskriminierung vorzugehen.

Jürgen Kasek
(Vorstandssprecher der GRÜNEN Leipzig)