CDU enttarnt Mär von der Brückentechnologie

Sächsische Atom- und Energiedebatte:

In einem Dringlichen Antrag hat die GRÜNE- Landtagsfraktion versucht den geplanten Transport von sächsischem Atommüll aus Ahaus nach  Russland zu stoppen. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte dem Transport des radioaktiven  Materials bereits zugestimmt. Jederzeit kann somit der Transport beginnen, selbst wenn die  Staatsregierung noch keine genauen Termine  genannt hat. Die Behandlung im Plenum drängt.  Johannes Lichdi, energiepolitischer Sprecher  der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN forderte den Landtag auf, sich der Verantwortung für  die in Sachsen genutzten Brennstäbe nicht zu  entziehen, sondern einem Transport nach Russland erst dann zuzustimmen, wenn am Bestimmungsort eine dauerhaft sichere Lagerung ge- währleistet ist. Die Regierungskoalition lehnte es  jedoch ab, den Antrag auf die Tagesordnung zu  setzen.   Dafür spuken der sächsischen CDU noch viel  zu sehr die Atomenergie-Träume in den Köpfen,  wie in der anschließenden Debatte zu den Auswirkungen der Atompläne der Bundesregierung  auf Sachsen deutlich wurde. Die Forderung des  wirtschaftspolitischen Sprechers, Frank Heidan  (CDU) nach einem Neubau von Atomkraftwerken um die im Energieszenario der Bundesre- gierung klaffende Stromlücke zu schließen, entlarvte die Mär von der Brückentechnologie als  klare Lüge.  Johannes Lichdi widerlegte die angebliche Renaissance der Atomkraft in Europa mit Verweis auf den einzigen derzeit im Bau befindlichen AKW in Finnland. Dieser sei doppelt so  teuer wie geplant und wäre ohne staatliche Subventionen nie gebaut worden.
Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) erklärte sich mit der Laufzeitverlängerung einverstanden und meinte, die Braunkohle sei ja jetzt  im Energiekonzept erwähnt und sächsische Interessen gesichert. Eine Zustimmungspflicht der  Länder im Bundesrat könne er auch nicht erkennen, weshalb Sachsen diese auch nicht einzufordern brauche. 
Für Lichdi eine glatte Fehleinschätzung: “Die  süddeutschen Länder, in denen Atomkraftwerke  stehen – Bayern, Baden-Württemberg und Hessen -‚ haben sich industriepolitisch einen massiven Vorteil für die nächsten 20 Jahre gesichert.
Das, was Sie hätten tun sollen, nämlich hier für  die ostdeutsche, die sächsische Fotovoltaik- und  Windindustrie zu kämpfen, das haben Sie nicht  getan! Das heißt, was hier passiert, ist ein massiver industriepolitischer Nachteil des Ostens.“

Aus der Landtagsdepesche “Grüne Sicht” – Oktober 2010

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