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Onlinedurchsuchung des Koalitionsvertrages ergab: Netzneutralität soll gesichert werden!

Wir vertrauen darauf, dass der bestehende Wettbewerb die neutrale Datenübermittlung im Internet und anderen neuen Medien (Netzneutralität) sicherstellt, werden die Entwicklung aber sorgfältig beobachten und nötigenfalls mit dem Ziel der Wahrung der Netzneutralität gegensteuern.

Erstaunlich, dass sich das Wort Netzneutralität überhaupt in der Koalitionsvereinbarung der frisch gebackenen Koalitionäre von CDU/CSU und FDP findet. 
Aber was bedeutet das?


Netzneutralität,  zu bewahren ist nicht nur ein Thema, das Internetprovider angeht. Wenn Provider im Auftrag des Staates Verbindungen zu bestimmten Netzadressen abfangen und manipulieren und statt der angeforderten Website ein Stoppschild anzeigen, um den so entmündigten Bürger vor schlimmerem zu  bewahren (Zugangserschwerungsgesetz), dann ist hier natürlich - zur Herstellung der Netzneutralität - auch der Staat gefordert, seinen Auftrag zur Manipulation zurück zu nehmen. Die Infragestellung der Internetsperren ist damit ein erster, wenn auch zu zaghafter Schritt, in die richtige Richtung.

Der erste Teil des zitierten Satzes ist neoliberale Ideologie. Denn abgesehen davon, dass der Wettbewerb Netzneutralität nicht sicherstellt, sondern Internetprovider eher dazu anregt, manipulierend in den Datenverkehr einzugreifen, um eigene Marktpositionen zu stärken, sind die Marktkräfte natürlich gänzlich ungeeignet staatliche Eingriffe in die Neutralität des Netzes zu verhindern, oder rückgängig zu machen.

Falls also der oben zitierte Satz aus dem Koalitionsvertrag irgend eine Bedeutung hat und in der zukünftigen Politik eine Rolle spielen wird, steht uns ein kleines Wunder bevor.
Das Zugangserschwerungsgesetz wird verschwinden, bevor es in Kraft trat. Der Staat wird komplett auf Eingriffe in den Netzverkehr verzichten. Darüber hinaus werden - nachdem die "sorgfältige Beobachtung" ergeben haben wird, dass der freie Markt hier nicht wie erhofft wirkt - die Bedingungen geschaffen, die die Internetprovider die Netzneutralität missachten dazu bringen die Neutralität ihrer Netzverbindungen herzustellen. Die übliche Form dafür ist ein Gesetz.

So zaghaft und vage das Thema Internetsperren im Koalitionspapier behandelt wird, ist allerdings zu bezweifeln, dass Netzneutralität konsequent und verbindlich politisch umgesetzt wird.

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Vortragsreihe "Recht und Internet" heute Abend zum Thema Netzsperren

(download)

Die Juristen der Universität Leipzig veranstalten eine Vorlesungsreihe "Recht und Internet". Die Vorträge sind nach Aussage des Veranstalters allgemeinverständlich gehalten und damit auch für netzinteressierte Nicht-Juristen geeignet.
Heute um 19.00 Uhr startet die Reihe mit einem Vortrag von Ansgar Koreng zum Thema: "Netzsperren-Zensur oder notwendige Zähmung des Internet" im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße. 6, 1. OG.

Zitat des Veranstalters:

Diese Vortragsreihe ist ein Muss für den (rechts)politisch interessierten Bürger. Zielgruppe sind auch Nichtjuristen, da die komplexen Themen sehr anschaulich dargestellt werden. (P. Hense)

Man kann sich hier:

https://www.xing.com/events/vortragsreihe-internet-leipzig-401234

für die Veranstaltung anmelden.


 

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Bürgerrechte Schwarz/Gelb: Nicht mehr Ob sondern nur noch Wie

Blog-Artikel, mit einer Stellungnahme zur Koalitionsvereinbarung der Arbeitsgruppe innere Sicherheit, von Malte Spitz, Medien-, Netzpolitiker und Mitglied im Bundesvorstand der Grünen.
Sein Fazit: Abwarten bis alle Details der Vereinbarung bekannt sind und dann beurteilen, ob beim Thema Internetsperren wirklich ein echter Fortschritt erreicht wurde. Für das BKA-Gesetz kann man das jetzt schon verneinen.

Zum Artikel von Malte Spitz (klick)


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