Leipzig, das war spitze v. Miro Jennerjahn
17OktLeipzig, das war spitze
Abgelegt unter: Rechtsextremismus.
Für den heutigen 17. Oktober hatten Neonazis aus ganz Deutschland für eine Demonstration in Leipzig unter dem Motto “Recht auf Zukunft” geworben. Mehr als 1.000 fanden schließlich den Weg nach Leipzig. Allein, sie kamen nicht weit. Mindestens genauso viele GegendemonstrantInnen, mobilisiert durch ein breites zivilgesellschaftliches und überparteiliches Bündnis übten sich unter dem Motto “Leipzig nimmt Platz” im kreativen Protest und verhinderten, dass die Neonazis von ihrem Startpunkt am S-Bahnhof Sellerhausen loslaufen konnten. Dabei hatte es für die GegendemonstrantInnen, darunter zahlreiche PolitikerInnen verschiedener Parteien, zunächst gar nicht so erfolgversprechend begonnen. Gegen 12 Uhr waren es nur wenige hundert, zu wenig auf jeden Fall, um gegebenenfalls eine Räumung der Demo-Strecke durch die Polizei zu verhindern. Nach und nach jedoch füllte sich die Leipziger Eisenbahnstraße mit DemonstrantInnen und die Stimmung besserte sich zusehends.
Gegen 16 Uhr schließlich verloren ein paar Neonazis die Nerven und bewarfen die Polizei mit Steinen, die daraufhin die Demonstration auflöste und konsequent gegen die Neonazis vorging.
In Leipzig wurde heute gezeigt, was weitaus besser wirkt, als eine unsinnige Einschränkung des Versammlungsrechts, wie sie derzeit durch CDU und FDP in Sachsen vorbereitet wird: Eine aktive und wache demokratische Bürgerschaft. Bleibt zu hoffen, dass ein solcher Erfolg im Februar auch in Dresden verkündet werden kann.
Miro Jennerjahn ist Landtagsabgeordneter der Grünen und seit 2006 als Projektkoordinator beim Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. in Wurzen tätig.
Weitere Informationen:
http://www.miro-jennerjahn.eu

