Grünes Blog Leipzig

"Diskriminierung im Fußball" - Fazit einer Diskussion

Die Initiative für mehr Verantwortung im Breitensport Fußball, kurz IVF, hatte anlässlich der Ausstellungseröffnung „Diskriminierung im Fußball“ zu einer Diskussionsveranstaltung geladen. Ursprünglich angekündigt waren neben Monika Lazar (MdB, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus; Grüne), Heiko Sander (Fußballverband Leipzig); Ulrike Fabich (IVF), Christoph Ruf (Journalist) und Bastian Pauly (Bunte Kurve) auch Vertreter des DFB und des sächsischen Fußballverbandes.

DFB und Fußballverband waren jedoch nicht erst erschienen. Der DFB sagte sein Kommen kurzfristig ab und der sächsische Fußballverband hielt es nicht einmal für nötig abzusagen. Eine offenbar altbekannte Strategie, den offenbar glaubte auch niemand im Podium ernsthaft daran, dass ausgerechnet der sächsische Fußballverband, in dessen Bereich eine Vielzahl von diskriminierenden Vorfällen fallen, wirklich an der Veranstaltung teilnehmen würde. Monika Lazar erklärte dabei, dass Herr Reichenbach (Präsident SFV) selbst auf formelle Briefe nicht antworten würde. Der Eindruck einer vertieften Beratungsresistenz im Zusammenhang mit konsequenter Leugnung der Probleme scheint hier der Ansatz zu sein. Angesichts der Vielzahl der Probleme ein nicht hinnehmbarer Fakt, der den Ruf nach einschreiten des DFB und Ablösung der Verbandsspitze, lauter werden lässt.

In der Diskussion selber ging es um Diskriminierung im Breitensport Fußball. Ulrike Fabich wies daraufhin, dass Fußball nicht als Spiegel der Gesellschaft sonder als Brennglas bestimmter in der Gesellschaft vorhandener Erscheinungsformen zu sehen sei, denn nirgendwo sonst treffen so viele unterschiedliche soziale Schichten, die sich ansonsten fremd sind, aufeinander. Bastian Pauly von der bunten Kurve ergänzte, dass bestimmte Formen der Diskriminierung Fußball immanent seien und Fußball daher die Entstehungsformen von bestimmten Formen der Diskriminierung begünstige.

Problematisch sei dabei vor allem, dass, wie Heiko Sander erläuterte, die Verbände den Geschehnissen hinterher laufen. Monika Lazar monierte dabei, zurecht wie Pauly zu bedenken gab, dass es in Sachsen an einer Sensibilisierung weitgehend mangele. Oftmals würden Probleme geleugnet oder ignoriert. Insbesondere wurde dabei auch auf die Rolle des Roten Sterns Leipzig hingewiesen, der in seiner Funktion als genuin antidiskrimierender Fußballverein, der Diskriminierung nicht nur nicht akzeptiert sondern auch dagegen vorgeht und damit als Katalysator einer Gegenreaktion im ländlichen Raum wirkt.

Auch gibt es in Sachsen keine abgestimmte Lösungsstrategie um gegen Diskriminierungen vorzugehen. Fabich wies daraufhin, dass Weiterbildung und Qualifikationsangebote von den Fußballvereinen zu wenig angenommen werden würden und sich meist erst dann etwas bewegt wenn das Problem aufgrund der Größe nicht mehr zu leugnen sei.

Dabei wies Heiko Sander daraufhin, dass es für einen Trainer auch kaum möglich sei all das aufzuholen was in Schule und Familie versäumt sei. Der Ansatz zu Bekämpfung von diskriminierenden Verhalten müsse daher gesamtgesellschaftlich verstanden werden.

Dabei waren sich am Ende alle Teilnehmer einig, dass deutlich mehr gerade im Breitensport unternommen werden muss um gegen Diskriminierung vorzugehen.

Jürgen Kasek
(Vorstandssprecher der GRÜNEN Leipzig)

Filed under  //   die grünen   diskriminierung   fußball   gruene   gwz   leipzig   monika lazar