von Carolin Waegner
Sicherheit ist das „Zauberwort unserer Zeit“, denn es handelt sich um ein wesentliches Grundbedürfnis des Menschen. Gerade auf kommunaler Ebene gilt es das Sicherheitsempfinden der Menschen ernst zu nehmen, ohne dabei Ängste zu bedienen oder Symbolpolitik zu betreiben.
Die jetzt vorgelegten Daten zur Kriminalitätsstatistik im Freistaat und damit auch in Leipzig machen erneut deutlich, dass es in Leipzig keinen Grund zur Panik gibt.
„Leipzig kann das Bedürfnis nach Sicherheit – objektiv betrachtet – befriedigen. Im Vergleich deutscher Städte liegt Leipzig bei Straftaten je 1000 Einwohner im Mittelfeld. Auch wenn Panikmache und Dramatisierung nicht angezeigt sind, so gilt es doch die Anzahl der Straftaten weiter zu verringern. Insbesondere im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls, der das Sicherheitsempfinden sehr stark tangiert, sind die Zahlen deutlich zu hoch und betonen die Notwendigkeit einer zwischen kommunalen Akteuren umfassenden Strategie.“, erläutert Carolin Waegner, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes und zuständig für Ordnungs- und Sicherheitspolitik, den aktuellen Stand.
Im Zusammenhang mit der Bürgerumfrage zur Sicherheit wird aber deutlich, dass in Teilen der Bevölkerung der Eindruck entstanden ist, die Anzahl der Straftaten habe deutlich zugenommen.
„Dies dürfte vor allen Dingen auch auf das Agieren der CDU zurückzuführen sein, die in den letzten 2 Jahren nichts unversucht gelassen hat, um in Leipzig Furcht zu säen. Dabei ist es gerade der sächsische Innenminister, dessen Polizeireform zu einem Stellenabbau geführt hat, der wiederum das Sicherheitsempfinden negativ beeinträchtigt.“, stellt Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes fest.
Es gilt die Zahlen ernst zu nehmen. Der nachgezeichnete Anstieg ist aber nicht zwangsläufig auch auf eine Zunahme von Straftaten zurückzuführen. Erst unter Berücksichtigung kriminologischer Daten und damit der Veränderung im Bereich des Dunkelfeldes wird ein realistisches Bild gewonnen.
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN wollen eine Stadt, in der sich die Menschen ohne Einschränkungen ihrer verbrieften Freiheiten gleichermaßen sicher fühlen und sicher sind̈.
Um der statistisch unbegründet hohen Kriminalitätsfurcht vorzubeugen ist es notwendig, die Einwohner der Stadt über das tatsächliche Kriminalitätsvorkommen aufzuklären. Wir fordern den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig deshalb auf, offensiv mit der Kriminalitätssituation umzugehen und Transparenz herzustellen.
Dem gesellschaftlichen Rahmen kommen in ordnungs- und sicherheitspolitischen Fragen nicht weniger wichtige Aufgaben zu. Schließlich kann jeder einzelne Einwohner der Stadt Leipzig etwas zur Senkung der Kriminalitätsfurcht sowie der Kriminalität beitragen. Dazu ist es notwendig, wieder miteinander und nicht aneinander vorbei zu leben. Die Voraussetzung dafür sind sozial und kulturell durchmischte Strukturen in den Stadtteilen und damit verbunden vielfältige Kontaktmöglichkeiten. Nur so kann das subjektive Sicherheitsempfinden entscheidend und nachhaltig beeinflusst und die Lebensqualität gesteigert werden. Damit sich die Bewohner Leipzigs nicht nur sicherer fühlen, sondern auch sicherer sind, ist nicht nur Transparenz über die tatsächliche Kriminalitätssituation, sondern auch eine Veränderung der polizeilichen Aufgaben notwendig: Die Polizei muss in die Lage versetzt werden, sich wieder verstärkt ihren eigentlichen Aufgabenstellungen, vor allem der Gefahrenaufklärung und –prävention zu widmen, denn kommunale Sicherheit bedeutet für uns Prävention in allen Lebensbereichen.
Grund- und wirkungslose Einschränkungen individueller Freiheiten im Sinne der Ordnungs- und Sicherheitspolitik sind keine Lösung.