Grünes Blog Leipzig

Die grüne Chimäre schindet sich zum Sieg – Impressionen vom III. Paul Fröhlich Cup

Am Sonntag den 11.09.2011 trat erstmals seit langer Zeit wieder ein grünes Fußballteam mit dem klangvollen Namen Grüne Chimäre in Erscheinung, um beim Paul Fröhlich Cup auf der Festwiese zu bestehen. Nachdem sich die Grüne Truppe, in Begleitung von zwei Stadträten, beiden Vorstandssprechern und verstärkt durch Parteimitglieder und Sympathisanten auf den Platz begeben hatte, wurde bei hochsommerlichen Temperaturen die Devise ausgeben diesmal die Gruppenphase zu überstehen. Realistische Chancen hatte sich dabei aber niemand ausgerechnet oder war alles eine gewiefte Taktik?

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"Diskriminierung im Fußball" - Fazit einer Diskussion

Die Initiative für mehr Verantwortung im Breitensport Fußball, kurz IVF, hatte anlässlich der Ausstellungseröffnung „Diskriminierung im Fußball“ zu einer Diskussionsveranstaltung geladen. Ursprünglich angekündigt waren neben Monika Lazar (MdB, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus; Grüne), Heiko Sander (Fußballverband Leipzig); Ulrike Fabich (IVF), Christoph Ruf (Journalist) und Bastian Pauly (Bunte Kurve) auch Vertreter des DFB und des sächsischen Fußballverbandes.

DFB und Fußballverband waren jedoch nicht erst erschienen. Der DFB sagte sein Kommen kurzfristig ab und der sächsische Fußballverband hielt es nicht einmal für nötig abzusagen. Eine offenbar altbekannte Strategie, den offenbar glaubte auch niemand im Podium ernsthaft daran, dass ausgerechnet der sächsische Fußballverband, in dessen Bereich eine Vielzahl von diskriminierenden Vorfällen fallen, wirklich an der Veranstaltung teilnehmen würde. Monika Lazar erklärte dabei, dass Herr Reichenbach (Präsident SFV) selbst auf formelle Briefe nicht antworten würde. Der Eindruck einer vertieften Beratungsresistenz im Zusammenhang mit konsequenter Leugnung der Probleme scheint hier der Ansatz zu sein. Angesichts der Vielzahl der Probleme ein nicht hinnehmbarer Fakt, der den Ruf nach einschreiten des DFB und Ablösung der Verbandsspitze, lauter werden lässt.

In der Diskussion selber ging es um Diskriminierung im Breitensport Fußball. Ulrike Fabich wies daraufhin, dass Fußball nicht als Spiegel der Gesellschaft sonder als Brennglas bestimmter in der Gesellschaft vorhandener Erscheinungsformen zu sehen sei, denn nirgendwo sonst treffen so viele unterschiedliche soziale Schichten, die sich ansonsten fremd sind, aufeinander. Bastian Pauly von der bunten Kurve ergänzte, dass bestimmte Formen der Diskriminierung Fußball immanent seien und Fußball daher die Entstehungsformen von bestimmten Formen der Diskriminierung begünstige.

Problematisch sei dabei vor allem, dass, wie Heiko Sander erläuterte, die Verbände den Geschehnissen hinterher laufen. Monika Lazar monierte dabei, zurecht wie Pauly zu bedenken gab, dass es in Sachsen an einer Sensibilisierung weitgehend mangele. Oftmals würden Probleme geleugnet oder ignoriert. Insbesondere wurde dabei auch auf die Rolle des Roten Sterns Leipzig hingewiesen, der in seiner Funktion als genuin antidiskrimierender Fußballverein, der Diskriminierung nicht nur nicht akzeptiert sondern auch dagegen vorgeht und damit als Katalysator einer Gegenreaktion im ländlichen Raum wirkt.

Auch gibt es in Sachsen keine abgestimmte Lösungsstrategie um gegen Diskriminierungen vorzugehen. Fabich wies daraufhin, dass Weiterbildung und Qualifikationsangebote von den Fußballvereinen zu wenig angenommen werden würden und sich meist erst dann etwas bewegt wenn das Problem aufgrund der Größe nicht mehr zu leugnen sei.

Dabei wies Heiko Sander daraufhin, dass es für einen Trainer auch kaum möglich sei all das aufzuholen was in Schule und Familie versäumt sei. Der Ansatz zu Bekämpfung von diskriminierenden Verhalten müsse daher gesamtgesellschaftlich verstanden werden.

Dabei waren sich am Ende alle Teilnehmer einig, dass deutlich mehr gerade im Breitensport unternommen werden muss um gegen Diskriminierung vorzugehen.

Jürgen Kasek
(Vorstandssprecher der GRÜNEN Leipzig)

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Homophobie ist heilbar – dazu braucht es alle!

von Norma Tiedemann  GRÜNE JUGEND Leipzig

Mit seinen heroischen Männlichkeitsidealen sitzen im Sport und gerade im Fußball die Vorurteile tief – gegen Frauen, Homosexuelle und alle, die das Klischee des eisenharten Siegertyps nicht erfüllen möchten oder können. Aus Angst vor dem Spott und der befürchteten Herabwürdigung durch TeamkollegInnen und Öffentlichkeit, trauen sich die meisten Betroffenen nicht mit der Wahrheit heraus – Outings sind also im (Profi)Fußball so gut wie nicht existent.

Was sich ändern müsste, um den Leidensdruck von den Betroffenen zu nehmen und Fußball endlich zu einer Angelegenheit zu machen, an der alle gleichberechtigt teilnehmen können, war Thema bei unsere Podiumsdiskussion im Neuen Rathaus am 12. Juli 2010 im Rahmen des diesjährigen CSD in Leipzig.

Mit rund 50 Interessierten und drei ExpertInnen gingen wir einen Tag nach dem Finale der Fußball-WM der Männer der Frage nach, welchen Stand die offiziellen Bemühungen bisher erreicht haben, wie tolerant unsere Gesellschaft inzwischen tatsächlich ist im Umgang mit Homosexualität und wie es weitergehen kann auf den unterschiedlichen Ebenen.

Tanja Walter-Ahrens, Dieter Bott und der Präsident des Leipziger Fußballverbandes Heiko Sander erörterten das Thema sowohl aus soziologischer Sicht, als auch im Hinblick auf die praktischen Implikationen.

Ein hoffnungsfroh stimmendes Resultat des Abends war zumindest die zunehmende Bereitschaft des DFB sich dem Thema zu widmen und an einer Lösung zu arbeiten. Auch wenn Dieter Bott einwarf, dass sich hinter diesem „Gutmenschentum“ lediglich das Schielen auf eine neue, kaufkräftige Zielgruppe verberge.

Der Wille, ob nun mit oder ohne fragwürdige Motivation, ist also vorhanden, nur bei der Umsetzung stolpern die Verantwortlichen noch über ihre Hilflosigkeit diesbezüglich und die scheinbar schwierige Kommunikation. Verbandsintern verabschieden die höchsten Stellen gerne mal Aktionsprogramme und Leitfäden - nur komme bei den Vereinen auf Landes-, Kreis- und Bezirksebene kaum etwas davon an, beklagte Heiko Sander. Er wisse nicht, wie er den SpielerInnen klar machen solle, dass sie von seiner Seite im Falle eines Outings volle Unterstützung erhielten, die Angst sei einfach zu groß.

Über die bloßen Formalia und nichtssagenden symbolischen Gesten muss es also endlich in einer aktiven Weise hinausgehen: Ein Aufgabenfeld in dem sich die Delegierte der European Gay and Lesbian Sport Federation Tanja Walther-Ahrens stark macht. Sie begrüßt die Beschlüsse, fordert aber von den Verbänden eine größere Offenheit für konkrete Projekte.

Ob auf dem Spielplatz oder in der Straßenbahn- auch im Alltag – mahnte Dieter Bott an, grassierten homophobe Sprüche schon bei den Kleinsten. Hier trägt das Verhalten jedes/jeder Einzelnen als rahmengebende Instanz für den sportlichen Wettkampf zu einem verständnisvolleren Umgang miteinander bei. Fußball kann eben nicht frei, offen und vielfältig sein, solange es die ihn umgebende Gesellschaft nicht ist.

In diesem Sinne hoffen wir, dass sich sowohl im Fußball als auch in den Köpfen weiterhin einiges bewegt und bedanken uns zudem bei unseren PodiumsteilnehmerInnen, dem Publikum, den MitorganisatorInnen und HelferInnen: Das Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik und das Sportreferat des StudentInnenRates der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Referat für Gleichstellung für Frau und Mann, die Stadt Leipzig sowie das Fussball Fanprojekt Leipzig.

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