Beitrag von Stadtrat Roland Quester im Leipziger Amtsblatt vom 23.06.2012
PERDATA und HL Komm sind bzw. waren zwei Tochterunternehmen unserer Stadtwerke. Zwei, die sowohl zum Gewinn der Stadtwerke beigetragen haben, als auch für deren Zukunftsgeschäft als strategische Eckpfeiler entwickelt wurden. Denn die morgige Energieversorgung mit immer mehr dezentralen Erzeugungsanlagen und Meß- und Anzeigeinstrumenten in jeder Wohnung braucht vor allem Telekommunikationsleistungen und Informationstechnologien zur Datenübertragung und Steuerung – das, was das Geschäft der beiden Firmen ist. Trotzdem sollen sie verkauft werden, sagte der Oberbürgermeister 2011, denn die Holding LVV braucht Bares zu ihrer Entschuldung – 35 Mio. Euro sollten dafür erlöst werden. Allerdings sollten sie nur zur Hälfte verkauft werden, denn sie sind halt wichtig für die Stadtwerke. Die Perdata wurde dann trotzdem zu 100 Prozent veräußert, jetzt ist die HL Komm dran. Geld zur Entschuldung der LVV wird zwar selbst mit dem Komplettverkauf der HL Komm nicht erlöst, aber solche „Kleinigkeiten“ interessieren genauso wenig wie die ablehnenden Voten der Aufsichtsräte von Stadtwerken und LVV zum Verkauf. Wirtschaftlicher Unverstand und organisierte Verantwortungslosigkeit prägen einmal mehr den Umgang mit kommunalen Unternehmen. Sind Sie darüber noch erstaunt?