Grüner Aufbruch- BDK 2103 in Berlin aus Leipziger Sicht.

Ein Beitrag von Jürgen Kasek, grüner Vorstandssprecher, Leipzig

2600- die Zahl des Wochenendes. 2600 Änderungsanträge galt es zu für das Wahlprogramm zu bearbeiten. Akribisch wurde innerhalb von 3 Tagen und 2 Nächten, Satz für Satz des Wahlprogramms durchgearbeitet um am Ende ein Programm zu erhalten, das eine klare grüne Zielstellung offenbart.
Mit dabei auch die 5 Leipziger Delegierten, plus Ersatzdelegierte.
Und auch aus Leipziger Sicht kann man unter dem Strich alles in allem sehr zufrieden sein. Denn vor allen die beiden V- Anträge aus Leipzig wurden beide mit großer Mehrheit angenommen und auch die Änderungsanträge aus Leipzig, sowie die von uns unterstützen Anträge zum Thema schnellstmöglicher Ausstieg aus der Braunkohle und Beendigung des V-Mann Einsatzes beim Verfassungsschutz kamen durch.
Beim Kapitel Energie konnte sich der von uns unterstütze Änderungsantrag durchsetzen, dass Ende der Kohleverstromung so schnell wie möglich umzusetzen und insbesondere auf jegliche weiteren Tagebaue zu verzichten.
Dann folgend am Freitagabend die Debatte um die V- Anträge. Mit dabei als V 9 und V 10 die Anträge aus Leipzig. Zunächst brachte Carolin Waegner, Beisitzerin im Vorstand Leipzig, zuständig für den Bereich Sicherheit, den Antrag V 9 : Für den Erhalt der freiheitlich- demokratischen Rechte aller Menschen – Keine „präventiv- polizeilichen“ Zwangstests bei HIV und Hepatitis ein. In ihrer Einbringungsrede machte sie vor allen Dingen deutlich, warum ein solcher Eingriff unzulässig ist und die Grundrechte einschränkt. Nach viel Applaus für den Redebeitrag und ohne Gegenrede wurde der Antrag mit überwältigender Mehrheit angenommen.
Direkt danach folgte der nächste Antrag aus Leipzig V-10 „Gegen die Verdrängung von Menschen aus dem Innenstadtbereich – Alkoholverbotszonen stoppen“ eingebracht von Jürgen Kasek und vom Bundesverband der Grünen Jugend unterstützt, die vorher mit einer Aktion auf das Thema aufmerksam gemacht hatte. Auch hier wurde auf die Einschränkung der Grundrechte abgestellt und deutlich gemacht, dass Alkoholverbotszonen reine Symbolpolitik seien. Nach einer Gegenrede wurde der Antrag mit der Mehrheit sehr zur Freude von uns angenommen und fand darüber hinaus auch in der Presse mehrfach Erwähnung.
Am Sonnabend folgten dann die weiteren Debatten zum Programm. Ein weiterer von Carolin gestellter Antrag im Bereich Soziales, mit der Zielsetzung insbesondere Jungen stärker zu fördern fand dabei ebenfalls noch in modifizierter Form den Weg ins Programm.
Freude herrschte bei uns in Leipzig auch bei der Debatte zum Verfassungsschutz. In einer im Ergebnis wiederholten und sehr knappen Abstimmung zum Änderungsantrag auf V- Leute zu verzichten, hatte Monika Lazar (MdB Leipzig/ Leipziger Land) deutlich gemacht, dass es nach dem Totalversagen des Verfassungsschutzes im Fall der NSU und weiteren Unfällen nicht mehr seien könne, auf dieses rechtsstaatlich höchst bedenkliche Mittel zurückzugreifen. Es sei einfach nicht hinnehmbar das mit staatlichen Geld Nazis alimentiert würden.
Am Sonntag dann die Schlussabstimmung über das Programm, welches bei einer Stimmenthaltung und ohne Gegenstimme angenommen wurde.
Im Ergebnis haben wir Grüne ein sehr starkes Programm und wir können feststellen, soviel Leipzig wie auf dieser BDK war noch nie.

Bilder unserer Luftballon-Aktion zum Tag der Roma

Aus Solidarität zu allen Roma weltweit, verantsalteten die GRÜNEN in Leipzig heute  – dem  Internationalen Tag der Roma – eine Luftballonaktion auf dem Augustusplatz.  Im Rahmen einer bundesweiten Aktion  stiegen 100 Luftballons in den Farben der Roma Fahne in den Himmel. Mit dabei waren die Landesvorsitzende, Claudia Maicher, die Landtagsabgeordneten Gisela Kallenbach und Miro Jennerjahn, sowie Katharina Krefft aus der grünen Stadtratsfraktion in Leipzig.

Anlass der Aktion war, dass noch immer rassistische Vorurteile gegen Roma in allen Ländern Europas und in ihren Heimatländern grassieren und die prekären Verhältnissen und alltäglichen Diskriminierungen und Übergriffe die Roma immer noch erleben müssen. Besonders in Frankreich, Italien, Ungarn und den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, wo Roma systematisch vertrieben werden und mit einer breiten öffentlichen Zustimmung Hetze gegen sie betrieben wird – kann man dies beobachten. Leider werden solche Übergriffe immer noch nicht als Fluchtgrund gewertet. “Die öffentlichen Meinungen um angebliche Wirtschaftsflüchtlinge und einen entsprechenden Asylmissbrauch gehen wesentlich an den eigentlichen Ursachen der Flucht vorbei.“ so Petra Cagalj-Sejdi Sprecherin der Leipziger Grünen.

 

Offener Brief der Leipziger Kita-Initiative an OBM Jung vom 22.01.2013

Sehr geehrter Oberbürgermeister Jung,

momentan befinden Sie sich im Wahlkampf, Sie möchten als Oberbürgermeister wieder gewählt werden und versprechen viele ambitionierte Ziele. In Ihrem Wahlprogramm können wir Ihre Erfolge und Ziele lesen: In den letzten 6 Jahren haben Sie als Oberbürgermeister 25 neue Kitas, 13 Erweiterungen und 14 Ersatzbauten und damit 5400 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen. Allein im Jahre 2013 wollen Sie nun 24 Kitas (12 Neubauten, 11 Erweiterungsbauten, 1 Ersatzbau) bauen, dies und die Aufstockung der Tagespflege soll zur Schaffung von 2488 Plätze führen. Sie wollen in einem Jahr die Hälfte von dem schaffen, was Sie in 6 Jahren geschaffen haben. Wir begrüßen die Ziele ausdrücklich, wundern uns allerdings über die ambitionierten Pläne gerade im Wahlkampfjahr. Außerdem lassen nicht nur die Zahlen, sondern auch unsere Erfahrungen den Schluss zu, dass Sie in den vergangenen Jahren beim Kita-Ausbau viel versäumt haben.

Wir möchten Ihnen mit einem Beispiel unserer Sorgen verdeutlichen. Die Stadt Leipzig plant eine Kita in der Schulze-Delitzsch-Straße mit 163 Plätzen. Im Protokoll des Stadtrates vom 16. Mai 2012. steht: “Zum Standort Schulze-Delitzsch-Straße laufe derzeit das Baugenehmigungsverfahren. Die Inbetriebnahme sei für März 2013 vorgesehen.” (Fabian). In der Bedarfsplanung der Stadt (Stand 23.11.12.) soll die Inbetriebnahme für den 01.09.13. erfolgen. Eine Verzögerung von 6 Monaten. Aber noch nicht genug, schaut man sich das Gelände einmal an, erkennt man nichts von einer zukünftigen Kita. 163 Plätze die vermutlich nicht ab 01.09.2013 zur Verfügung stehen werden. Liegen wir da falsch? Es lassen sich sicher noch viele weitere Beispiels finden.

Zehn der von Ihnen geplanten Einrichtungen sollen in Modulbauweise errichtet werden. Wie schnell ist eine Inbetriebnahme dieser Einrichtungen möglich? In Anbetracht der Tatsache, dass viele Kommunen versuchen werden, den Rechtsanspruch ab 01.08.2013 zu erfüllen, werden die Händler der Kitas in Modulbauweise Lieferungsschwierigkeiten haben. Haben Sie dies in ihrer Planung berücksichtigt?

Ferner versprechen Sie den Rechtsanspruch ab 01. August 2013 zu erfüllen, aber nur ein Drittel der von Ihnen aufgeführten Bauvorhaben wird selbst bei wohlwollender Lesart bis dahin in Betrieb gehen. Bei den meisten Bauvorhaben ist die Fertigstellung für das 4.Quartal 2013 geplant, davon sogar die Meisten erst im Dezember 2013. Zu dem machen wir uns große Sorgen, dass einige Bauvorhaben gar nicht realisiert werden. Dies konnten wir in der Vergangenheit zu häufig beobachten, in den Plänen tauchten Kitas auf, die nie weiterverfolgt wurden, beispielsweise: Karl-Liebknecht-Straße 30-32, Puschstraße 9, usw., daher unsere Frage: Wie realistisch sind ihre Pläne?

Ein Großteil der geplanten Einrichtungen werden nicht von der Stadt gebaut, welche Maßnahmen zur Unterstützung und Umsetzung hat die Stadt ergriffen um die Freien Träger beim Bau und Fertigstellung der Einrichtungen zu begleiten?

Aus den Protokollen der Stadtratssitzungen konnten wir entnehmen: “Vor diesem Hintergrund seien die Anstrengungen besonders darauf gerichtet, kurz- bis mittelfristig zusätzliche Plätze bereitzustellen, um den Nachfrageüberhang zu kompensieren. Dies geschehe zum Beispiel durch Anpassung der bedarfsplanerisch ausgewiesenen Kapazitäten im Rahmen der Betriebserlaubnis und der baulichen Voraussetzungen der jeweiligen Einrichtungen und der damit verbundenen kurzzeitigen Erhöhung der Platzzahlen sowie durch kurzfristige Anmietungen von zusätzlichen Raumressourcen.” (Fabian, 16.05.12) und “Die Begrenzung der Platzzahl für Kindertagespflege bei den Trägern sei aufgehoben worden. Anträge auf Erweiterung der Zahl der Plätze in der

Kindertagespflege würden genehmigt.” (Fabian, 20.06.12) – Wir befürchten daher Qualitätseinbußen in der Betreuung unserer Kinder. Wie wollen Sie trotz des großen Bedarfes die Qualität in den Einrichtungen sicher stellen?

Allein der Bau von Kitas löst das Problem noch nicht. Wir sehen uns konfrontiert mit einem Erzieher/innen-Mangel. Bei 2.488 Betreuungsplätzen und einem Betreuungsschlüssel von 1:13 (im Krippenbereich 1:6) brauchen wir 190 neue Erzieher/ innen. Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um den Erzieher/innen-Mangel entgegenzuwirken? Zeichnen sich Qualitätseinbußen ab?

Wir möchten Sie um die Beantwortung der Fragen bis Freitag, den 25.01. bitten, um allen Eltern eine Wahlentscheidung auf realistischen Boden zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen,
Die Leipziger Kita-Initiative

Neujahrsgrüße – Grün gewinnt auch 2013

Liebe Mitglieder, Sympathisanten und sonstige Interessierte,

ein Jahr liegt hinter uns. Ein erfolgreiches Jahr. Gemeinsam mit vielen Initiativen und Engagierten Menschen haben wir immer wieder für die Lösungen von konkreten Problemen gestritten und für unsere eigenen Überzeugungen geworben. In vielen AG-Sitzungen haben wir zusammen Ideen für Leipzig diskutiert, haben um Formulierungen und Vorschläge gerungen, um Leipzig zu gestalten.

Anfang 2012 haben wir mit vielen anderen Menschen deutschlandweit unsere Ablehnung gegen das ACTA-Handelsabkommen auf die Straße getragen und damit dazu beigetragen, dass es keine Ratifizierung gibt. Wir haben die GEMA-Tarifstruktur diskutiert, ebenso wie wir Vorschläge zu Neustrukturierung der Leipziger Kultur eingereicht haben. Zwischendurch haben wir immer wieder deutlich gemacht, dass in Leipzig kein Platz für Menschenfeindlichkeit ist und en passant ein neues, ein grünes Sicherheitskonzept vorgelegt. Wir haben über Diskriminierung und Gleichstellung gestritten und hochkarätige Veranstaltungen durchgeführt.

Wir sind mit dem Fahrrad um den Ring gefahren und haben den zweiten autofreien Tag gefeiert, ebenso wie den zweiten Veggie Day in Leipzig.
Viele von Euch vertreten ganz selbstverständlich bündnisgrüne Ideen in ihren eigenen Vereinen und Initiativen, in den Kirchen oder Verbänden und in ihrem privaten Umfeld – und tragen damit dazu bei, dass sich die grüne Idee, unser gemeinsames Ziel, weiter verbreitet.

Wir haben in diesem Jahr immer wieder auch miteinander gestritten, meistens konstruktiv. Stark sind wir als Bündnisgrüne immer dann, wenn wir gemeinsam streiten, in der Sache auch konfrontativ, im Ziel geeint.

Wenn wir auf 2012 zurückblicken, dann schauen wir auf ein erfolgreiches Jahr. 2013 liegt vor uns. Ein neues Jahr, ein neues Glück. Wir wollen stärker werden. Nicht weil wir auf Gedeih und Verderb Macht anstreben, sondern weil wir Probleme lösen wollen, weil wir dazu beitragen wollen, dass jeder Mensch in Leipzig zufrieden leben kann.
Am 27.01.2013 findet die Oberbürgermeisterwahl statt. Vielleicht haben wir nicht die größten Chancen, den OBM zu stellen, aber wir haben die besten Voraussetzungen, unsere Ideen und Überzeugungen deutlich zu machen und dadurch Einfluss zu nehmen. Mit Felix zusammen können wir das erreichen.

Dazu braucht es Euch. Lasst uns gemeinsam miteinander streiten und die gefundenen Lösungen unter die Menschen tragen. 2013 nicht weniger als 2012, im Wahlkampf und außerhalb des Wahlkampfes. Lasst uns Leipzig, lasst uns Sachsen begrünen, weil es richtig ist.

In diesem Sinne wünschen wir euch und euren Familien einen guten Rutsch.

Petra Cagalj und Jürgen Kasek
im Namen des Vorstandes

„Liebe Freundinnen und Freunde“ oder auch: Bericht von meiner ersten Bundesdelegiertenkonferenz

Von Silvia Kunz, GRÜNE JUGEND Leipzig:

Schon am Freitag morgen fahren wir nach Hannover zur Bundesdelegiertenkonferenz. Aus ganz Deutschland kommen da ca. 800 Delegierte und einige Gäste hin. Gleich am Anfang fallen mir die ganzen Stände der Sponsor_innen auf. Viel zu viele um alle gleich zu überblicken, aber zum Glück wird mir bald erzählt, dass es bei der Sparkasse kostenlosen Kaffee gibt. Gleich gegenüber ist der Stand der Grünen Jugend, den ich auch gleich betreuen darf.

Dann ist es an der Zeit unsere Spitzenkandidat_innen Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Tritin ordentlich zu feiern. Klemens und ich haben das Glück einen der grünen „Grün gewinnt!“-Schals auf den Tisch gelegt zu bekommen. Da wir den Schal behalten wollen halten wir ihn natürlich auch brav an der richtigen Stelle nach oben – sieht ja auch gut aus auf den Bildern.

Nach einigen spannenden Workshops zu Europa, stimmen wir am Freitagabend noch zwei Anträge zu Außenpolitik ab (zu Syrien und zu Schutzverantwortung).

Früh am Samstagmorgen geht es dann los mit dem Tagesordnungspunkt Sozialpolitik. Schon bevor der Parteitag anfängt wird in vielen Zeitungen von einem klaren Linksruck der Grünen gesprochen. Bei den Abstimmungen zum Sozialpolitik-Leitantrag zeigt sich allerdings: alle weitergehenden Forderungen werden nicht übernommen. Besonders ärgert mich das beim Thema Sanktionen. Die BDK spricht sich für ein Sanktionsmoratorium aus und gegen eine komplette Abschaffung. Es freut mich allerdings, dass sich die Delegierten aus Leipzig darüber ziemlich einig sind: mit Sanktionen gibt es keine Jobvermittlung auf Augenhöhe. Deswegen enthalten wir uns auch überwiegend bei der Schussabstimmung.

Nach einigen weiteren Anträgen zur Sozialpolitik wird nachmittags der Vorstand und der Parteirat gewählt. Zwischendurch, nagele ich noch kurz die Forderung „Eine Schule für alle!“ an die Forderungswand. Es freut mich, dass Claudia mit 88% der Stimmen deutlich wiedergewählt wird und dass mit Gesine und Rasmus zwei von der Grünen Jugend in den Parteirat gewählt werden. Aus den ostdeutschen Bundesländern sitzen jetzt Katrin Göring-Eckardt und Annalena Baerbock im Parteirat.

Den Abend verbringen wir mit der Abstimmung über die 15 beliebtesten Anträge im Tagesordnungspunkt Verschiedenes. Carolins umstrittener Antrag (V-13, falls ihr ihn nachlesen möchtet) wird auf Platz 5 gewählt und dann abgelehnt. Das Thema „Beschneidung“ wird leider nur debattiert und dann nicht abgestimmt. Allerdings verabschieden wir einige gute Anträge zum Thema „Asylpolitik“.

Am Sonntagmorgen wird der neue Tagesordnungspunkt zum Endlagersuchgesetz behandelt.  Ein bisschen seltsam finde ich die Berichtserstattung über den Beschluss der BDK. Hier noch einmal die betreffenden Sätze aus dem Antrag: „Aus der Geschichte Gorlebens und aus den beiden Untersuchungsausschüssen ergibt sich für uns klar: Wir haben es in Gorleben mit einem geologisch ungeeigneten und politisch verbrannten Schwarzbau zu tun.“ und „Eine direkte oder indirekte Vorfestlegung darf es in einem solchen Prozess nicht geben.“. (Damit ihr euch selbst eine Meinung dazu bilden könnt, ob wir unsere Ideale damit verraten haben). Hier findet ihr den ganzen Beschluss: http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Beschluesse/Endlagersuche-Gorleben-Beschluss-BDK-11-2012.pdf
Außerdem folgten noch wichtige Anträge zum Thema „Europa“.

Zum Ende unterschreibe ich noch schnell, dass ich bis zum Mitgliederentscheid 2013 noch ein Neumitglied werben möchte (hat jemand Interesse?) und vollkommen übermüdet und voll mit neuen Eindrücken geht es wieder zurück nach Leipzig.

Falls ihr noch Rückfragen oder kritische Anmerkungen habt:
Aus Leipzig waren Delegiert: Alrun, Carolin, Daniel, Jens und Silvia
und als Ersatzdelegierte und Gäste waren dabei: Claudia, Holger und Jürgen
Mich könnt ihr erreichen unter silvia.kunz@gj-sachsen.de
Alle Anträge der BDK findet ihr unter: http://www.gruene.de/partei/bdk-in-hannover.html

„Immer nur dieselben? Direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung in Leipzig“ – Rezension zur Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung

von Alexander Neßmann, Praktikant im KV Leipzig BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Am 10. Oktober 2012 hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung zur Podiumsdiskussion mit dem Thema „Immer nur dieselben? Direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung in Leipzig“ geladen. Zu dieser Diskussion hatten sich Moderatorin Daniela Kolbe (MdB, SPD), die Podiumsteilnehmer Prof. Dr. Frank Decker (Uni Bonn), Nico Singer (Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.) und Hans Wilhelm Baumann (Mehr Demokratie e.V. Sachsen) sowie 30 Gäste im Studio 3 am Friedrich-List-Platz eingefunden.

Der Abend ließe sich problemlos mit nur einem Satz zusammenfassen: Immer dieselben und immer dasselbe. Aber ich möchte dann doch etwas mehr ins Detail gehen:

Im ersten Teil der Diskussion kamen die Podiumsteilnehmer selbst zu Wort.

Frank Decker sprach als Außenstehender verständlich nicht über die spezielle Leipziger Situation, sondern über die allgemeingültigen Herausforderungen von direkter Demokratie auf Europa-, Bundes- und Landesebene. Zur Einführung von Mitteln direkter Demokratie auf europäischer Ebene gab er zu bedenken, dass zuerst das Europäische Parlament deutlich gestärkt werden müsse, um nicht den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen. Er forderte, die direkte Demokratie insgesamt „praktikabler“ zu machen und verwies beispielhaft auf die „fakultativen Referenden“ in der Schweiz. Des Weiteren definierte er die direkte Demokratie als ein „quasi“-Oppositionsrecht und insofern Veto-Recht des Volkes. Die Möglichkeit der Einleitung von Bürgerbegehren auf kommunaler Ebene sei ein „Damoklesschwert“, das über den Entscheidungsträgern schwebt. Es sei insofern geeignet, den parlamentarischen Ablauf zu verändern, indem die Möglichkeit besteht, dass der Stadtrat das direkt demokratische Anliegen aus der Bürgerschaft durch die Einleitung eines Ratsbegehrens aufgreifen könne.

Hans Wilhelm Baumann wünschte sich, dass Bürgerbegehren und damit Bürgerentscheide weniger als „Dagegen-Instrumente“, sondern vielmehr als Gestaltungsinstrumente wahrgenommen werden. Politik müsse immer an den Willen der Bürgerinnen und Bürger als Souverän in einem demokratischen System gebunden sein. Dies ließe sich vor allem mit der Praktizierung direkt demokratischer Verfahren – Bürgerbegehren und Bürgerentscheide – verwirklichen. Er vergaß allerdings zu sagen, dass ein direktes demokratisches Verfahren, ohne vorangegangene Beteiligung der Bürgerschaft, kein ausreichendes Instrument für eine transparente Politik ist, die das Volk als Souverän ernst nimmt.

Nico Singer bemängelte die Bürgerbeteiligung in Leipzig und meinte, mit Verweis auf das zurückliegende Beteiligungsverfahren zum Umbau der KARLI, dass Argumente auch vielfach „weggewogen“ werden. Darüber hinaus fehle es an ergebnisoffenen Verfahren. Außerdem sei bei einem qualifizierten Beteiligungsverfahren von Beginn auf Transparenz zu setzen. Auch vermisse er des Öfteren eine Qualifizierung der Beteiligten.

Lichtblicke der ersten Stunde der Veranstaltung waren die Beiträge von Nico Singer und Prof. Frank Decker. Beide stellten die größte Herausforderung funktionierender Bürgerbeteiligung dar: Beteiligungsverfahren müssen so aufgebaut sein, dass sie nicht nur Mittel einer bessergestellten Minderheit sind, sondern von allen Bevölkerungsgruppen wahrgenommen werden können.

Bürgerbeteiligung müsse zudem auch verbindlich sein. Die Vereinbarung von Strukturen sei notwendig.

Leider fehlte auf dem Podium ein Vertreter aus der Leipziger Stadtverwaltung, um ein wirklich vollständiges Bild insbesondere zur Umsetzung von Beteiligungsverfahren in Leipzig zu erhalten.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde die Diskussion mit der „Fishbowl-Methode“ (auch Innen-/Außenkreis-Methode) erweitert. Ein Teilnehmer aus dem Außenkreis konnte zur Diskussion insofern beitragen, indem er selbst auf dem Podium Platz nahm und sich dementsprechend in die Podiumsdiskussion einbringen konnte, bis sein Platz von einem anderen Teilnehmer des Außenkreises besetzt wurde.

Hier verlief sich die Diskussion leider. Mit Eröffnung des „Fishbowls“ schwamm die Chance auf eine konstruktive Diskussion über die Qualität von Beteiligungsverfahren und die Anwendung von Bürgerentscheiden in Leipzig davon. Die Veranstaltung erging sich in einer Kaskade aus persönlichen Problemen mit spezifischen Entscheidungen insbesondere zum „Freiheits- und Einheitsdenkmal“.

Am Ende blieb die Erkenntnis, dass eine wirkungsvolle Bürgerbeteiligung nur mit einem sachlichen Dialog zum strukturellen Aufbau eben dieser zu schaffen ist. Offensichtlich wurde dieser Dialog in aller Breite in Leipzig immer noch nicht geführt. Auch eine Antwort auf die Frage, wie man mehr Bürgerentscheide in Leipzig ermöglichen kann, blieb die Veranstaltung schuldig.

Verantwortungsloser Umgang mit dem staatlichen Gewaltmonopol

Zu der Razzia am vergangenen Freitag in Leipzig-Connewitz, die besonders im Bereich der Stöckartstraße für Aufregung gesorgt hat, äußert sich die Leipziger Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Monika Lazar:

Der durchgeführte Einsatz im Bereich der Stöckartstraße wirft eine Reihe von Fragen auf. Es ist die Aufgabe der Polizei als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu unterstützen und entsprechend das staatliche Gewaltmonopol einzusetzen.
Gerade aber weil die Polizei das Gewaltmonopol des Staates darstellt, ist es umso notwendiger, dass die Einsätze verantwortungsvoll durchgeführt werden. Daran gibt es eine Reihe von Zweifel.
Hausdurchsuchungen werden in der Regel nicht am helllichten Tag durchgeführt und nicht mit Unterstützung einer ganzen Hundertschaft. Das betreten der Kindertagesstätte durch Spezialkräfte der Polizei und die mangelnde Informationsweitergabe ist rechtsstaatlich bedenklich. Auch wenn die Polizei richtigerweise feststellt, dass Informationen nicht weitergegeben werden dürfen, stellt sich dennoch die Frage, warum offenbar Medienvertreter mit Beginn des Einsatzes Bescheid wussten, während es offenbar nicht möglich war, die Kita vorher zu informieren.
Auch mir als anwesender Abgeordneten wurde nur sehr zögerlich von Seiten der Polizei Auskunft erteilt.
Sofern die Polizeiführung nicht die Gründe darlegt, warum von der üblichen Routine einer Hausdurchsuchung abgewichen wurde, ist davon auszugehen, dass es hier vor allen Dingen um eine Machtdemonstration ging. Aus meiner Sicht, als Anwohnerin und Wahlkreisabgeordnete, stellt sich der Einsatz als völlig überzogen dar.

In der derzeit angespannten Situation tun die Beteiligten gut daran die Emotionen nicht zu hoch kochen zu lassen. Selbst wenn der Polizeieinsatz in Teilbereichen rechtswidrig gewesen sein sollte, darf das kein Grund für Sachbeschädigungen sein. Die gründliche Aufarbeitung des Einsatzes ist nachvollziehbar und transparent durchzuführen. Im Ergebnis könnte sonst der Einsatz dazu führen, dass das Vertrauen in die Polizei unterhöhlt wird. Für den scheidenden Polizeipräsidenten von Leipzig wäre das ein völlig überzogener „Ausstand“ und für den neuen Polizeipräsidenten wäre dies ein schlechter Start, den ich so von beiden nicht erwartet hätte. Ich erwarte eine lückenlose Aufklärung.

Lichtfest Leipzig – »Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung torpediert das Andenken«

Am 9.10.2012 findet in Leipzig das Lichtfest statt zum Andenken an die friedliche Revolution 1989. Der diesjährige Themenschwerpunkt »Ungarn« und die Einladung des ungarischen Superministers Zoltan Balog haben dabei bereits vorab für viel Diskussionsstoff gesorgt. Nunmehr veranstaltet die Konrad-Adenauer-Stiftung parallel zum Friedensgebet um 17 Uhr eine Veranstaltung mit eben jenem Minister und preist im Einladungstext Ungarns Demokratie auch heute noch als Vorbild an. Dazu heißt es im Einladungstext: »So waren und sind die Ungarn für die Völker Europas Vorbild und Vorreiter zugleich.«

Dazu Monika Lazar, Leipziger Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Die Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) stellt eine Taktlosigkeit dar, die nur als plumpe Provokation zu werten ist. Statt die offene Diskussion zum Thema in den Veranstaltungen des Lichtfestes zu suchen, wird eine Konkurrenzveranstaltung aufgebaut.
Seit Jahren finden Friedensgebet und die Rede zur Demokratie zur gleichen Zeit statt. das dürfte der KAS nicht verborgen geblieben sein. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass die zeitliche Überschneidung Zufall sondern Absicht war. Es wäre gut gewesen, wenn Minister Balog in der Nikolaikirche die Rede zur Demokratie von György Dalos hätte hören können.

Zu einer Demokratie gehören Diskussionen und Debatten zu unterschiedlichen Positionen dazu. In diesem Sinne ist auch die Rolle des ungarischen Ministers Balog zu diskutieren.
Dass Ungarn aber immer noch ein Vorbild für die Völker Europas sein soll, wie im Text der Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung steht, werden nicht einmal mehr Konservative behaupten können. Ein Land, wie Ungarn, das aktuell weder den Schutz von Minderheiten garantiert noch die demokratischen Institutionen wie die Pressefreiheit wirksam schützt, unterhöhlt die Demokratie und fügt diesen Schaden zu.
Dass der ungarische Minister als Teilnehmer der Veranstaltung der KAS mit Sicherheit auch die Rede von György Dalos verpassen wird, passt ins Bild und ist wahrscheinlich gewollt. Man kann vermuten, dass es in der Veranstaltung offenbar nicht um den kritischen Austausch und die Diskussion geht sondern um die Verteidigung der aktuellen Politik in Ungarn.

Ich bitte meine Bundestagskollegen von der CDU kritisch zu prüfen, ob diese Bloßstellung des Friedensgebetes und der anschließenden Rede zur Demokratie wirklich gewollt ist und an der Veranstaltung der KAS zu diesem Zeitpunkt nicht teilzunehmen.

Kandidat_innen beim Urwahlforum

Kennenlernen und Fragenstellen – Du entscheidest!

GRÜNE Urwahl 2012

Kandidatenforum zur grünen Urwahl am 29.09.

Unser GRÜNER Länderrat stimmte im September mit breiter Mehrheit für die Durchführung einer Urwahl. In diesem bisher einmaligen Verfahren könnt Ihr mitbestimmen, welches Spitzenteam uns in den Bundestagswahlkampf 2013 führen wird.

Bevor es ab dem 8. Oktober in die Wahl geht, habt Ihr die Gelegenheit, die KandidatInnen kennen zu lernen und sie mit Euren Fragen auf Herz und Nieren zu prüfen. Ihr seid herzlich eingeladen zum

Urwahlforum
der Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Samstag, den 29.09.2012 von 16:00 Uhr bis ca. 18:30 Uhr

Leipziger KUBUS des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig

Alle 15 BewerberInnen werden eingeladen, folgende haben bereits zugesagt: Alfred Mayer, Claudia Roth, Franz Spitzenberger, Friedrich Wilhelm Merck, Jürgen Trittin, Katrin Göring-Eckardt, Patrick Held, Peter Zimmer, Renate Künast, Roger Kuchenreuther und Werner Winkler.

Nehmt die Gelegenheit wahr, macht Euch ein Bild von den KandidatInnen, denn bei der Urwahl zählt jede Stimme.

Weitere Informationen zur Urwahl, den Bewerberinnen und Bewerbern und anderen Fragen findet ihr unter www.gruene.de/urwahl.

ANFAHRT

Ab Hbf mit Straßenbahnlinie 3 (Richtung Sommerfeld bzw. Taucha) bis Haltestelle Torgauer/Permoserstraße, dann in die Permoserstraße und nach ca. 300 Metern befindet sich links der KUBUS. Fahrtzeit ca. 15 Minuten.

[1] Lageplan KUBUS des UFZ http://gruenlink.de/c7m

[2] vollständige Liste der BewerberInnen http://www.gruene.de/partei/urwahl/wer-steht-zur-wahl.html

Bilder von der Kundgebung für mehr KiTa-Plätze

Der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat heute gemeinsam mit Leipziger Eltern einer Kundgebung für mehr Kita-Plätze vor den “Höfe am Brühl” / Ecke Katharinenstraße durchgeführt. Anlass war die Eröffnung der “Höfe am Brühl”. Ursprünglich war in den Planungen der Stadt eine Kindertagesstätte in dem Einkaufszentrum vorgesehen, die allerdings keine Baugenehmigung bekommen hatte.
Der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig erarbeiteten in den letzten Monaten gemeinsam mit Leipziger Eltern einen Forderungskatalog, der auf die angespannte Situation der KiTa-Platz-Vergabe eingeht und versucht die Vergabe von KiTa-Plätzen transparent und fair zu regeln.
Die Kundgebung  vor  dem Einkaufszentrum “Höfe am Brühl” wurde dazu genutzt, den Forderungskatalog zur gerechten KiTa-Platz-Vergabe vorzustellen.