Ein Beitrag von Jürgen Kasek, grüner Vorstandssprecher, Leipzig
2600- die Zahl des Wochenendes. 2600 Änderungsanträge galt es zu für das Wahlprogramm zu bearbeiten. Akribisch wurde innerhalb von 3 Tagen und 2 Nächten, Satz für Satz des Wahlprogramms durchgearbeitet um am Ende ein Programm zu erhalten, das eine klare grüne Zielstellung offenbart.
Mit dabei auch die 5 Leipziger Delegierten, plus Ersatzdelegierte.
Und auch aus Leipziger Sicht kann man unter dem Strich alles in allem sehr zufrieden sein. Denn vor allen die beiden V- Anträge aus Leipzig wurden beide mit großer Mehrheit angenommen und auch die Änderungsanträge aus Leipzig, sowie die von uns unterstützen Anträge zum Thema schnellstmöglicher Ausstieg aus der Braunkohle und Beendigung des V-Mann Einsatzes beim Verfassungsschutz kamen durch.
Beim Kapitel Energie konnte sich der von uns unterstütze Änderungsantrag durchsetzen, dass Ende der Kohleverstromung so schnell wie möglich umzusetzen und insbesondere auf jegliche weiteren Tagebaue zu verzichten.
Dann folgend am Freitagabend die Debatte um die V- Anträge. Mit dabei als V 9 und V 10 die Anträge aus Leipzig. Zunächst brachte Carolin Waegner, Beisitzerin im Vorstand Leipzig, zuständig für den Bereich Sicherheit, den Antrag V 9 : Für den Erhalt der freiheitlich- demokratischen Rechte aller Menschen – Keine „präventiv- polizeilichen“ Zwangstests bei HIV und Hepatitis ein. In ihrer Einbringungsrede machte sie vor allen Dingen deutlich, warum ein solcher Eingriff unzulässig ist und die Grundrechte einschränkt. Nach viel Applaus für den Redebeitrag und ohne Gegenrede wurde der Antrag mit überwältigender Mehrheit angenommen.
Direkt danach folgte der nächste Antrag aus Leipzig V-10 „Gegen die Verdrängung von Menschen aus dem Innenstadtbereich – Alkoholverbotszonen stoppen“ eingebracht von Jürgen Kasek und vom Bundesverband der Grünen Jugend unterstützt, die vorher mit einer Aktion auf das Thema aufmerksam gemacht hatte. Auch hier wurde auf die Einschränkung der Grundrechte abgestellt und deutlich gemacht, dass Alkoholverbotszonen reine Symbolpolitik seien. Nach einer Gegenrede wurde der Antrag mit der Mehrheit sehr zur Freude von uns angenommen und fand darüber hinaus auch in der Presse mehrfach Erwähnung.
Am Sonnabend folgten dann die weiteren Debatten zum Programm. Ein weiterer von Carolin gestellter Antrag im Bereich Soziales, mit der Zielsetzung insbesondere Jungen stärker zu fördern fand dabei ebenfalls noch in modifizierter Form den Weg ins Programm.
Freude herrschte bei uns in Leipzig auch bei der Debatte zum Verfassungsschutz. In einer im Ergebnis wiederholten und sehr knappen Abstimmung zum Änderungsantrag auf V- Leute zu verzichten, hatte Monika Lazar (MdB Leipzig/ Leipziger Land) deutlich gemacht, dass es nach dem Totalversagen des Verfassungsschutzes im Fall der NSU und weiteren Unfällen nicht mehr seien könne, auf dieses rechtsstaatlich höchst bedenkliche Mittel zurückzugreifen. Es sei einfach nicht hinnehmbar das mit staatlichen Geld Nazis alimentiert würden.
Am Sonntag dann die Schlussabstimmung über das Programm, welches bei einer Stimmenthaltung und ohne Gegenstimme angenommen wurde.
Im Ergebnis haben wir Grüne ein sehr starkes Programm und wir können feststellen, soviel Leipzig wie auf dieser BDK war noch nie.














