Die Vorstellung des Handlungskonzeptes Radverkehr fand am Montag im Ratsplenarsaal im Neuen Rathaus statt. Anwesend waren fast ausschließlich Fahrradfahrer, Vertreter des ADFC, VCD, Stura, Grüne, Freie Wähler und sonstige Fahrradfahrer.
Zunächst wurde das weitere Vorgehen der Stadtverwaltung vorgestellt. Diese erarbeitet momentan eine Konzeption für den Radverkehr, die im Herbst dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Davor findet am 23.06.2010 der runde Tisch Radverkehr statt.
Danach wurde die Frage erörtert, welche Ziele in dem neuen Handlungskonzept Radverkehr ausgewiesen werden sollen.
Zur Erklärung: Aktuell beträgt der Anteil des Radverkehrs am modal split 14,4%. Der Vorschlag der Verwaltung den Anteil bis 2015 auf 17% zu steigern, traf auf breite Ablehnung. Gefordert wurde von den Anwesenden, die Stadt müsse sich bei der Förderung des Fahrradverkehrs in Leipzig ambitionierte Ziele setzen. Dabei solle weniger die Zielstellung an sich, als die tatsächliche Umsetzung im Mittelpunkt stehen.
Moniert wurde auch, dass es in der Stadt vor allem ein Defizit in der Umsetzung gäbe. Worauf eine heftige Diskkussion über Infrastrukturmaßnahmen einsetzte. Hier sprachen sich viele der Anwesenden für Fahrradstraßen aus. Ohne Zweifel gibt es eine direkte Proportionalität zwischen Fahrradinfrastruktur und Fahrradverkehr. Da die Straßen bereits vorhanden seien, käme es nun vor allem darauf an, den Verkehr entsprechend zu führen. In den anschließenden Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass viele Teilnehmer die Auffassung vertreten, dass die Ausweisung einer Fahrradstraße im Süden der richtige Weg sei. Allerdings waren die meisten Teilnehmer der Auffassung man solle die Karl- Liebknecht-Straße als Modellprojekt für eine Fahrradstraße entwickeln.
Weiterhin wurde deutlich, dass es in Leipzig vor allen Dingen an einer zielsicheren Öffentlichkeitsarbeit fehlt. Der Radverkehr, hat in Leipzig bislang weniger mit Öffentlichkeitsarbeit, als mit Infrastrukturmaßnahmen zu tun. Wobei bei letzteren das Problem besteht, dass hier wohl Kürzungen zu erwarten sind.
Als weiteres Problem wurde § 49 der SächsBO aka Stellplätze und das Problem, dass in Leipzig nach wie vor deutlich zu wenig Fahrradstellplätze existieren, genannt.
Als Konsequenz für uns GRÜNE bietet sich an, eine Veranstaltung zum Fahrradverkehr und zur Fahrradinfrastruktur mit dem Schwerpunkt Fahrradstraßen zu organisieren. Derzeit gibt es bei uns GRÜNEN Überlegungen, inwieweit eine Kooperation mit den Fahrradverbänden möglich ist, um eine eigene Kampagne für mehr Fahrradverkehr in Leipzig zu starten.