Wie weiter mit den GRÜNEN? – Interview der L-IZ mit Jürgen Kasek

Nach der Rede unseres Fraktionsvorsitzenden der Stadtratsfraktion, Wolfram Leuze, zum Haushaltsplan für 2013 der Verwaltung, hatte die L-IZ.de einige Fragen an unseren Vorstandssprecher, Jürgen Kasek.
Hier sind seine Antworten:

L-IZ: Herr Kasek, Leipzigs grüner Fraktionsvorsitzende Wolfram Leuze sprach am Donnerstag im Stadtrat Gerüchte an, wonach Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Leipzigs Linkenchef Dr. Volker Külow schon Absprachen für einen möglichen zweiten Wahlgang der OB-Wahl getroffen hätten. Gehören denn Gerüchte in eine Haushaltsrede?

Kasek: Unser Fraktionsvositzender hat, was durchaus legitim ist, die Haushaltsrede genutzt, um die Lage insgesamt zu bilanzieren und die letzten sieben Jahre Revue passieren zu lassen. Dabei hat er die Lage nicht nur haushalterisch, sondern abgeleitet davon auch politisch bilanziert. Dazu gehört auch der Umgang im Stadtrat miteinander. Der angesprochene Punkt ist dabei weniger ein Gerücht als eigentlich ein offenes Geheimnis. Auch wenn man den Umgang der Verwaltung zu den Haushaltsanträge der LINKEN sieht, wird deutlich, dass dort sehr viel Wohlwollen am Werk ist. Auch hinsichtlich der Frage, wie die Fraktionen es mit den Bürgermeistern halten, hat DIE LINKE deutlich gemacht, dass sie politische Absprachen für normal hält und es ihr im Ernstfall auch weniger um Qualität geht. Das bekümmernde ist, dass das offenbar in weiten Teilen der Leipziger Politik tatsächlich normal geworden ist. Wir stehen dafür nicht zur Verfügung. Wir wollen einen neuen Aufbruch in der Leipziger Politik, mehr Ehrlichkeit, mehr Transparenz.

L-IZ: Eine Wahlempfehlung der Grünen für Amtsinhaber Jung ist nach Wolfram Leuzes Darstellung derzeit eher unwahrscheinlich. Warum wollen die Leipziger Grünen offenbar einen anderen Weg gehen als zuletzt die Grünen in Frankfurt am Main und Kiel? Noch dazu zum Beginn des Jahres der
Bundestagswahl, zu der sich Rot und Grün schon wechselseitig fest versprochen haben?

Kasek: Unsere Mitglieder haben sich einstimmig dafür entschieden einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken und sich dann mit über 80% für Felix Ekardt entschieden.
Damit kann es keine Wahlempfehlung im ersten Durchgang geben. Für den zweiten Wahldurchgang jetzt bereits etwas zu sagen ist unseriös und unehrlich. Zunächst haben die Wähler das Wort und erst dann haben wieder die Kandidaten und ihre Parteien das Mandat. Wir gehen auch an dieser Stelle einen anderen Weg, weil wir einen neuen Aufbruch – eine neue Ehrlichkeit wollen. Und hier fehlt uns beim bisherigen OBM insbesondere nach der Wahl zum Kulturbürgermeister, nach dem Skandal um die herrenlosen Häuser und dem Investitionsstau bei Kitas und Schulen, inzwischen das Vertrauen. Die Entscheidung treffen die Wähler und allein die Wähler. Und im Gegensatz zu anderen, legen wir auf die Entscheidung der Wähler unser Hauptaugenmerk. Im Übrigen stehen für uns Inhalte und eben nicht der bloße Machtanspruch im Mittelpunkt. Wir haben Konzepte und Vorschläge wie man vieles verbessern und verändern kann. Auf Bundesebene gibt es derzeit die meisten Übereinstimmungen in diesen Punkten mit der SPD. Unserer Entscheidung richten wir danach aus, wer mit uns zusammen unsere Vorstellungen umsetzen will und nicht wo wir am meisten Macht gewinnen können.

L-IZ: Worin besteht das Ziel Ihrer Partei im Oberbürgermeisterwahlkampf?

Kasek: Wir wollen zusammen mit Felix Ekardt Leipzig verändern und jedem Menschen in Leipzig ein gutes Leben ermöglichen. Wir werden auf unserer Kernthemen setzen und unsere Kompetenz in diesem Bereichen einbringen um die anderen Parteien zu Aussagen in diesen Bereichen zu zwingen und sich dazu zu positionieren. Wenn man sieht mit wieviel Anstrengung sich jetzt schon CDU / FDP / LINKE / SPD an uns abarbeiten wird deutlich, dass sie Angst vor uns haben. Wir wollen Themen setzen und Denkanstösse geben, wenn es uns gelingt eine neue politische Kultur, einen neuen demokratischen Aufbruch in dieser Stadt zu initiieren, dann haben wir schon viel erreicht. Und genau das wollen wir mit Felix schaffen – und das werden wir auch

Stadtforum gegen Einkaufscenter, Finanzbürgermeister gewählt – aktuelles aus dem Stadtrat

Am 24. März tagt der Leipziger Stadtrat. Vertreter aller Fraktionen
sind gekommen, um über wichtige Beschlüsse wie den Bau des Lindenauer
Centers abzustimmen. Es wurde auch ein neuer Finanzbürgermeister namens
Torsten Bonew gewählt, nach dem die Vorgängerin Bettina Kudla in Berlin
ihre politischen Geschicke auf sich beruhen lässt.

Schon im Vorfeld der Entscheidung zum Lindenauer Stadtteilcenters
brodelte die Debatte in Foren, an Telefonen und in der medialen
Öffentlichkeit. Es geht um die Frage, ob das von Kaufland und seinem
Projektentwickler Günther Kuhn zu groß und klobig sei. Das sind die
primären Spitzen gegen das Center gewesen. Dann hieß es von Lindenauer
Bürgern und dem Stadtforum unter dem Sprecher Wolfram Günther, dass es
kein Verkehrskonzept gäbe. Aber reell verstößt der Centerbau gegen
geltende Umweltschutzrichtlinien und gegen zahlreiche andere Bedenken,
die schon 2007 schriftlich geäußert wurden.

Seitens der Stadtplaner, der Fraktionen von CDU, SPD und FDP und dem
Projektentwickler wird behauptet, es bestünde eine Mehrheit für das
Center. In Wahrheit verweisen die zwar nicht repräsentativen, aber
gefühlt vorherrschenden Meinungs- und Stimmungsbilder in den
Abstimmungen bei der am 11. März anberaumten Podiumsdiskussion, dem LVZ
Ted und dem jetzt der L-IZ vorliegenden Unterschriftsliste mit 200
Unterschriften, dass es keine anonyme Lobby gegen das Center gibt, so
wie der Projektentwickler denunziatorisch in seinem offenen Brief vom
23. März behauptete.

Inzwischen sind nach der L-IZ vorliegenden Angaben Konsum Leipzig und
IHK Leipzig in Gespräche, dort in einen Konsum Markt entsprechend der
erfolgreichen Lösung an der Könneritzstraße in Schleußig zu investieren.
Diese Fakten drängen auf ein ablehnendes Ergebnis zum vorherrschenden
Center B-Plan von 2004/2005.

Zu viele neue Ereignisse und Reaktionen rauschten die letzten Wochen
durch den virtuellen und gedruckten Blätterwald, so dass der OBM Jung
entschied, die Frage nach dem Lindenauer Center auf ein weiteres Mal zu
verschieben. Zum 21. April wird die Debatte um das Center weiter gehen.

Inzwischen bekommt Leipzig einen neue Finanzbürgermeister. Torsten Bonew
heißt er und will für alle Fraktionen Finanzpolitik betreiben. In aller
erster Linie für Leipzig. Das wird nicht einfach angesichts immer
klammer werdenden Kommunen.
Das knappe Ergebnis von 33 Stimmen von insgesamt 66 zeigt, dass Bonew
nicht das Vertrauen aller Fraktionen genießt. Bonew will sich für eine
Gemeindefinanzreform einsetzen und den Kommunen zu mehr Gewicht im
Freistaat verhelfen. Heißt das nun, dass die schwarz-gelbe Politik in
Dresden mit Gegenwind aus den Kommunen rechen muss?

Schwarz-Gelb – zurück vom Mond – entdeckt Haushaltsloch

Harte Landung nach der Rückkehr von der Rückseite des Mondes, wo sich die FDP in den letzten vier Jahren wohl aufgehalten haben muss, denn plötzlich wird erkannt: Zwischen 29 und 34 Milliarden Euro – das Institut der Deutschen Wirtschaft sagt sogar bis 40 Milliarden Euro – muss Deutschland in den nächsten vier Jahren sparen. Herr Westerwelle wollte vor der Wahl keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem keine großartige Steuerreform steht. Ob er sich daran noch erinnern kann? Die schwarz-gelbe Steuersenkungsphantasterei schmilzt dahin.

Video des ZDF: “Von Wahlversprechen zur Wirklichkeit”

Ein bitterer Start in die Koalitionsverhandlungen: Zwischen 29 und 34 Milliarden Euro muss Deutschland in den nächsten vier Jahren sparen, schwarz-gelbe Steuersenkungswünsche schmelzen dahin.

Deutschlandfunk – Interview – “Es ist nicht vernünftig, der Linken auf ihrem Irrweg hinterherzutaumeln”

Interview als MP3:

if (FlashDetect.installed) {
$(‘flash_embed-gCuzGpqADs’).show();
$(‘quicktime_embed-gCuzGpqADs’).hide();
} else {
$(‘quicktime_embed-gCuzGpqADs’).show();
$(‘flash_embed-gCuzGpqADs’).hide();
}

Christoph Heinemann: Nach der Entscheidung der Saar-Grünen für Verhandlungen über das bundesweit erste Jamaika-Bündnis mit CDU und FDP wollen die möglichen Partner diese Woche zügig einen Fahrplan erarbeiten. Er rechne damit, dass nun rasch Absprachen zum Ablauf der Koalitionsverhandlungen getroffen würden, sagte Grünen-Landeschef Hubert Ulrich. Die Spitze der Grünen-Bundespartei ist nicht unbedingt amüsiert über die Entscheidung der Parteifreundinnen und -Freunde an der Saar. In Berlin herrscht die Lesart vor, dass der Beschluss von Saarlouis nur innerhalb der Landesgrenzen wirkt und davon nicht etwa ein Signal für Kommendes im Bund ausgehe. Schwarz-Gelb-Grün ist nicht nur die Landesfarbe von Jamaika; im Wappen des Freistaates Sachsen durchkreuzt ein grünes Band die schwarz-gelben Querstreifen. Insofern könnten wir eigentlich auch von der Sachsen-Koalition sprechen. Antje Hermenau ist die Fraktionsvorsitzende der sächsischen Grünen. Guten Tag!

Antje Hermenau: Guten Tag, Herr Heinemann.

Heinemann: Frau Hermenau, lieber Sachsen als Jamaika?

Hermenau: Nein, nein. Wir behalten unser Wappen für uns. Außerdem sind die Landesfarben in Sachsen grün und weiß.

Heinemann: Also es bleibt bei Jamaika. – “Wer grün wählt, wird sich schwarz ärgern”, sagten die Linken auch schon im Wahlkampf. Glauben Sie, dass die Wähler der Grünen wollten, dass Peter Müller Ministerpräsident bleibt?

Hermenau: Nein, das wollten sie ausdrücklich nicht. Das war auch im Wahlkampf klar. Sie haben Heiko Maas als Ministerpräsidenten bevorzugt. Aber es gab keine verlässliche Grundlage dafür, grüne Politik mit einem MP Heiko Maas zu machen, der von einem Neben-MP Oskar Lafontaine kontrolliert wird.

Heinemann: Ist das nicht ein bisschen zu viel der Ehre für Oskar Lafontaine?

Hermenau: Na ja, gut: Der Mann hat sich ja selber so in den Vordergrund gedrängt. Aber es ist doch so: Das eine ist der Koalitionsvertrag und das andere sind die Menschen, die diese Koalition miteinander eingehen. Und wenn es da keine menschliche Verlässlichkeit gibt – und die gibt es mit Oskar Lafontaine nicht; er hat als Bundesfinanzminister ein halbes Jahr später schon hingeschmissen, weil ihm die Arbeit zu schwer wurde -, dann, finde ich, ist es richtig, dass man guckt, ob man mit den anderen verlässlich arbeiten kann. Und es kommt ja offensichtlich sehr viel grüne Politik bei der Geschichte heraus.

Heinemann: Die saarländische Linksfraktion, die Linkspartei besteht doch nicht nur aus Oskar Lafontaine.

Hermenau: Das ist richtig. Sie besteht aus enttäuschten SPD-lern, habe ich gehört, aus Gewerkschaftsleuten, aus irgendwelchen anderen Leuten, die sich links nennen. Das scheint doch ein sehr unsortierter Haufen zu sein, eine sehr undurchsichtige Angelegenheit. Ich habe eher den Eindruck, dass Oskar Lafontaine zurück nach Westdeutschland geht, um dafür zu sorgen, dass die Qualität der Linken im Westen irgendwie mal an das ran reicht, was die Linken im Osten darstellen, nämlich fast eine Volkspartei. Und es gibt bestimmt auch viele, die das nie zugeben werden, die hier im Osten der Linkspartei angehören, die froh sind, wenn der Lafontaine nach Westdeutschland zurückgeht und der Lafontainismus ein bisschen gemildert wird.

Heinemann: Ist Die Linke Ihrer Einschätzung nach im Osten eine Volkspartei?

Hermenau: In einigen Bundesländern ist sie das, denn sie hat die SPD ja deutlich degradiert. Hier in Sachsen beträgt der Abstand sieben Prozent, den Die Linke Vorsprung hat, in anderen Ländern sind es manchmal bis zu zehn Prozent. Natürlich ist Die Linke in fast allen Bundesländern stärker als die SPD, außer in Berlin und in Brandenburg – Entschuldigung.

Heinemann: Frau Hermenau, die Grünen heißen mit vollem Titel Bündnis 90/Die Grünen. Bündnis 90, das war ein Zusammenschluss von Bürgerbewegungen und Oppositionsgruppen in der DDR, der während der Zeit der friedlichen Revolution entstand. Sind die Bündnis 90er froh darüber, dass der Kelch einer Zusammenarbeit mit den SED-Erben – und sei es auch nur an der Saar – an ihnen vorübergeht?

Hermenau: Froh darüber? Das ist eine schwierige Sache. Mit den West-Linken haben wir wenig zu schaffen. Unser Problem ist ja, dass es keine wirkliche Aufarbeitung in der Linken-Ost gibt. Das ist doch der Punkt. Gucken Sie sich mal jetzt das ganze Getümmel da in Brandenburg an. Frau Kaiser verzichtet jetzt auf ein Ministeramt, das eventuell bei Rot-Rot in Frage käme, damit eben nicht ein ehemaliger IM Minister wird, was ja noch schlimmer wäre, als dass diese Leute immer schon wieder in die Parlamente gewählt werden. Aber das ist doch eher das Problem. Es findet keine Vergangenheitsbewältigung bei der Linken statt. Sie möchte gerne einen Persilschein haben, Oskar Lafontaine hat ihnen den versprochen, indem er sagte, wir machen jetzt eine neue West-Linke und Ost-Linke und dann sind wir eine neue Partei. Das war nur ein Namenswechsel; die Menschen sind immer noch dieselben. Das haben wir auch hier in Sachsen im Wahlkampf gemerkt.

Heinemann: Das heißt, zurzeit ist die Linkspartei für die Grünen kein Koalitionspartner?

Hermenau: Das kommt darauf an, wie sie sich den Realitäten stellt: einmal den Realitäten ihrer eigenen Vergangenheit im Osten und zum anderen den Realitäten einer Bundesrepublik Deutschland in Europa. Da sind ja auch auf Bundesebene mitunter ganz merkwürdige programmatische Eigenheiten da. Die Linke hat ja bis jetzt darauf verzichtet, ein gemeinsames bundesweites Programm zu verfassen. Das ist sehr beredt. Das heißt nämlich, die sind sich nicht einig. Wenn die das schaffen, in den nächsten Jahren mal ein gemeinsames Programm vorzulegen, könnte man mal über Inhalte diskutieren. Das wäre ja auch mal ganz erfrischend.

Heinemann: Frau Hermenau, wir haben eben die Reaktion aus Berlin gehört. Das klingt aber so, dass die Bundespartei, also die Bundes-Grünen, eher enttäuscht über die Entwicklung im Saarland sind.

Hermenau: Ich übernehme jetzt nicht die Verantwortung über die Gefühlslage einzelner Vorstandsmitglieder, sondern ich bin der Meinung, dieses politische Experiment hat alle Daseinsberechtigung wie jedes andere auch. Es ist gut möglich, dass wir im nächsten Jahr in NRW vielleicht eine rot-rot-grüne Option diskutieren. Das kann gut sein und das wäre auch nur ein Modell. Oder NRW wäre auch nur eine Landesregierung und dann eben kein Modell für den Bund. Das wäre für mich genau dasselbe. Es gibt keine Signalwirkung mehr aus Landeskoalitionen für den Bund. Das ist vorbei!

Heinemann: Sind die Grünen in den Ländern weiter als die Führung der Bundespartei und der Fraktion?

Hermenau: Zumindest sind sie deutlich mutiger, was das Ausprobieren von Koalitionsmöglichkeiten betrifft, und sie haben auch mehr Möglichkeiten, weil sie eben mehrere sind. Der experimentelle Charakter grüner Politik liegt eindeutig bei den Ländern.

Heinemann: Sind die Grünen eigentlich eine bürgerliche, oder eine linke Partei?

Hermenau: Beides.

Heinemann: Wie geht das?

Hermenau: Es gibt sowohl bürgerliche Leute in unseren Reihen als auch Leute, die sich ausgesprochen links begreifen. Am Ende ist es eben ein Mitte-Links-Spektrum, vielleicht wie bei der SPD. So könnte man das ja auch sagen. Da werden die Linken jetzt immer mutiger in Richtung Marschieren auch zur Linken herüber. Das muss man sich mit aller Ruhe angucken. Ich glaube, dass es nicht vernünftig ist, der Linken auf ihrem Irrweg hinterherzutaumeln, sondern dass es nur so gehen kann, dass Die Linke versucht, realistischer die politische Lage einzuschätzen. Solange ich da keine Zeichen erkenne, bleibe ich rot-rot-grünen Regierungen skeptisch gegenüber, aber es gilt, was immer gilt bei den Grünen: Jeder Landesverband entscheidet das souverän selbst. Und im Saarland haben sich fast 80 Prozent der Leute auf dem Parteitag für Jamaika ausgesprochen.

Heinemann: Jetzt blicken wir mal in die Zukunft. Einiges ist ja in Bewegung. Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” berichtete gestern über Angela Merkels Politik einer Sozialdemokratisierung der FDP. Über Steuersenkungen reden die Liberalen ja schon nur noch in Zimmerlautstärke. Wird sich die grüne Bundespartei langfristig Richtung Schwarz-Gelb öffnen?

Hermenau: Das kann ich hier aus Sachsen nicht beurteilen. Das werden wir gemeinsam auf einem Bundespartei entscheiden, wenn es je anstünde. Im Moment stehen die Zeichen dafür nicht günstig, denn alles, was ich aus den Koalitionsverhandlungen höre, ist eher etwas, was uns ermutigt, eine straffe Opposition auf Bundesebene zu Schwarz-Gelb abzubilden.

Heinemann: Antje Hermenau, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen. Danke schön für das Gespräch und auf Wiederhören.

Hermenau: Gerne, Herr Heinemann.

 

Einmischen, mitmischen – Mitglied bei den Leipziger Grünen werden

Wenn dich unser Wahlergebnis neugierig gemacht hat, oder du dem schwarz-gelben Rollback in Energie, Wirtschafts- und Sozialpolitik etwas entgegen setzen möchtest,

und dir diese Themen genauso wichtig sind wie uns, dann bist du bei uns genau richtig. Wir suchen Menschen, die mitdiskutieren, mitgestalten und mitmachen. Als Testmitglied bei den Leipziger Grünen kannst du dich über BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN informieren, erfährst, was wir dir bieten und wie wir arbeiten. Du kannst natürlich auch direkt “Partei ergreifen” und Mitglied werden.

Nach der Wahl ist vor der Wahl – Mitgliederversammlung mit Auswertung der Bundestagswahl

Wir von Bündnis90/ Die Grünen wollen die Chance nutzen, um uns bei Euch zu bedanken und gleichzeitig für die nächste Mitgliederversammlung einzuladen, die am Dienstag, 13.10.2009 um 19.30 Uhr im Kap West in der Weißenfelser Str. 25 stattfindet.

Hinter uns allen liegen nervenaufreibende Wochen und Tage, in denen wir versucht haben, den Wählern unsere Ideen nahezubringen. Nachdem wir bei der Kommunalwahl und Landtagswahl gerade auch in Leipzig deutlich zulegen konnten, haben wir diese Erfolge auch bei der Bundestagswahl unter Beweis gestellt und deutlich gemacht, dass man mit Grün rechnen muss.

Nichtsdestotrotz stehen neue Aufgaben an, gilt es neue Hürden zu bewältigen. Denn diese Ergebnisse heißen gerade auch für uns in Leipzig, dass wir in Zukunft stärker in der Verantwortung sind. Unter anderem möchten wir daher mit Euch die Ergebnisse der Wahlen und im speziellen der Bundestagswahl diskutieren. Das auch mit Blick für die kommende Bundesdelegiertenkonferenz für die wir bereits die Delegierten gewählt haben. Weiterhin möchten wir mit Euch den aktuellen und überarbeiteten Nachtragshaushalt für dieses Jahr abstimmen und über unsere Zielrichtung bei der bevorstehenden Strukturreform des Landesverbandes diskutieren.

Wir würden uns freuen, euch zahlreich begrüßen zu dürfen.

Vorläufige Tagesordnung

  1.   Formalia/ Begrüßung
  2.   Auswertung der Bundestagswahl und Nachwahl zum Stadtrat
  3.   Vorstellung/Abstimmung Nachtragshaushalt 2009 und mittelfristiger Finanzplan
  4.   Abstimmung über Sonderbeitrag
  5.   Strukturreform Sachsen
  6.   Wahl der Delegierten zur LDK im November
  7.   Sonstiges

Die Abplakatierung hat begonnen

Die Bundestagswahl ist vorbei. Leider konnte Schwarz-Gelb nicht verhindert werden. Dennoch war es ein großer Tag für unsere Politik und unsere Partei mit dem besten Ergebnis auf Bundesebene und in Leipzig, das wir jemals hatten. Zwölf Prozent der Stimmen in Leipzig bedeutet, dass uns über 32.000 Leipziger ihr Vertrauen geschenkt haben. Dies muss für uns Ansporn für die nächsten vier Jahre sein. Daher geht die Arbeit weiter.
Lasst uns unsere Wähler nicht gleich dadurch enttäuschen, dass nach der nächsten Woche von uns
noch überall Plakate herum hängen. Das würde uns nicht nur Strafen von der Stadt einbringen und damit Geld kosten, sondern eben auch auf unsere Wähler keinen guten Eindruck machen.

Wir bitten euch daher, euch ein Auto zu schnappen und einfach anzufangen, oder euch bei uns zu melden, so dass wir schnell Abplakatierungs-Teams organisieren können. Die Plakate müssen bis nächsten Montag abgenommen werden und zurück in die Geschäftsstelle. Die Plakate könnt Ihr auch einfach vor der Geschäftsstelle abstellen.

Wir danken euch jetzt schon für euer Engagement und denkt daran: In den nächsten 4 Jahren muß nicht mehr Plakatiert werden!
Also heißt es: Ein letztes Mal aufgerafft und die Nacharbeit erledigen.

Vielen Dank, Norman und Mia

Zufriedene Leipziger Grüne mit Ergebnissen über dem bundesweiten Grünen Ergebnis

Nach einem langen Wahlabend stehen die Ergebnisse nun fest. Zwar ist es nicht gelungen die Grünen als viertstärkste parlamentarische Kraft vor der Linken im Bundestag zu etablieren aber in Leipzig, Dresden und Sachsen insgesamt war diese Bundestagswahl für die Grünen ein voller Erfolg.
Im Wahlkreis 154 – Leipzig II von Monika Lazar wurde sachsenweit das beste Zweitstimmenergebnis für die Grünen und bei den Erststimmen mit einer Steigerung von 5% ein grüner Achtungserfolg erzielt.
Auch im Wahlkreis 153 – Leipzig I von Friedbert Striewe konnte eine deutliche Steigerung gegenüber der Bundestagswahl 2005 erreicht werden.
So zeigen sich die Leipziger Grünen, trotz dem das Ziel Schwarz-Gelb im Bund zu verhindern nicht erreicht wurde, mit ihrem Wahlergebnis sehr zufrieden, zumal erstmals mit der Grünen-Hochburg Dresden gleich gezogen werden konnte.

Monika Lazar mit starkem Ergebnis

Ich freue mich über das gute Ergebnis an Erst- und Zweitstimmen in meinem Wahlkreis, insbesondere über die Steigerung um 5% bei den für mich abgegebenen Erststimmen und natürlich auch über das sehr gute Leipziger Gesamtergebnis.
Bedanken möchte ich mich bei allen WählerInnen und allen die mich in den letzten Wochen tatkräftig unterstützt haben, ohne deren Einsatz dieses Ergebnis nicht hätte erreicht werden können.